Klimagipfel verlängert Kyoto-Protokoll

Doha 09. Dezember 2012

Nachdem ein Scheitern sich schon fast abzeichnete endete der UN-Klimagipfel in Qatar doch noch mit dem Übereinkommen, das Kyoto-Protokoll bis 2020 zu verlängern. Durch höchsten persönlichen Einsatz vom Präsidenten des Klimagipfels Qatar´s Vizepremier Abdullah bin Hamad Al-Attiyah wurde ein Scheitern des Klimagipels verhindert.

Al-Attiyah brauchte nur Minuten, um das Paket durchzudrücken. Katars Außenminister landete damit einen einmaligen Coup. Er hatte auf dem Gipfel mehrfach Entertainerqualitäten gezeigt. In der kritischsten Phase ignorierte er Einsprüche aus dem Plenum, in dem er nicht von seinem Blatt aufschaute. Al-Attiyah bekräftigte alles jeweils mit einem Hammerschlag. Erst danach eröffnete er die Aussprache.

Frankfurter Rundschau 09.12.2012
„Die meisten der 194 Teilnehmerstaaten quittierten den Alleingang des Präsidenten mit Beifall und Lachen. Sie wollten wenigstens den Minimalkompromiss gerettet sehen.

Der russische Chefdiplomat Oleg Schamanow zeigte sich höchst verärgert über Katars Alleingang. Er habe mehrfach mit seinem Namensschild auf den Tisch gehauen, beschwerte er sich. Doch Al-Attiyah hatte nichts gehört. Nichts hören wollen. Am Ende begnügte sich der wie alle anderen übernächtigte Schamanow damit, dass man sein Missfallen zu Protokoll nahm.

Am Verlängerungstag des Gipfels hatten Russland, Polen und die Ukraine die Verlängerung des Kyoto-Protokolls mehrere Stunden lang blockiert. Sie brachte Einwände gegen den Umgang mit ihren überschüssigen Emissionszertifikaten aus der ersten Kyoto-Periode vor, die Ende 2012 endet.

Dabei geht es um das Problem der sogenannten heißen Luft. Der CO2-Ausstoß der osteuropäischen Länder war wegen des Einbruchs ihrer Industrie nach der Wende den CO2-Ausstoß viel stärker gesunken als erwartet. Sie besitzen daher viele Emissionsrechte, die sie an andere Länder verkaufen könnten, die dann weniger für Klimaschutz tun müssten.“

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